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Bericht von Lily – Teil 10

06 Mai, 2014 keine kommentare

Nach einer wunderschönen Ferienzeit mit meiner Cousine in Arusha und Mwanza bin ich erst einmal krank geworden, seit einiger Zeit (wahrscheinlich schon seit meiner Ankunft) habe ich etwas verschleppt, was auch erklärt, warum ich mich in der letzten Zeit so schlapp gefühlt habe.

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Jetzt habe ich endlich meinen Grund für diese dauerhafte Müdigkeit gefunden und nun geht es mir wieder super. Da wir für meine kranke Zeit in der Stadt geblieben sind, sind Irene und ich zwischen Bukoba und Nyaigando hin und her gependelt. Die Schwestern hatten aber vergessen, uns Bescheid zu geben, dass in der Woche vor den Osterferien auch schon so mancher Unterricht für unsere Schüler ausfällt, weshalb wir jedes Mal umsonst zum Konvent fuhren. Beim Musikunterricht habe ich mich dann doch gefreut, die Nachricht vom Ausfall zu bekommen, da ich so einfach zwei Stunden Klavier spielen konnte.

So haben wir auch unsere Osterferien in der Stadt verbracht, hatten eine sehr schöne Zeit und manche Tage so viel Regen, dass wir erst am Nachmittag aus dem Haus konnten. Trotz Regenzeit ist es aber auch sehr sonnig, meistens regnet es in der Nacht und am Morgen, sodass es tagsüber auch wieder sehr sehr heiß sein kann.

Mit dem Rotaractclub Bukoba planen wir ein Event Anfang Juni, um Spenden für das Governmental Hospital (Pediatrieabteilung) zu sammeln. Wir planen eine Veranstaltung eventuell auf dem CMM-Gelände Bukoba mit Musik-, Tanz- und Theaterauftritten. Irene und ich werden auch tanzen und sind schon fleißig am Proben mit befreundeten Tänzern, was manchmal nicht ganz einfach ist, wenn man zwei Stunden auf Leute wartet, um dann fest zu stellen, dass ja Feiertag ist und selbstverständlich keiner kommen wird. Da in Tansania sowohl alle christlichen als auch muslimischen Feiertage staatlich als Feiertage anerkannt sind, gibt sehr viele Feiertage.

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Auf jeden Fall lernt man hier gut warten, wenn generell (unabhängig von Feiertagen) kein Treffen zum eigentlich vereinbarten Termin stattfindet, sondern man immer mindestens eine Stunde wartet.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich selber in dieser Hinsicht schon immer etwas tansanisch war und bin.

In der Osternacht von Samstag auf Sonntag waren wir lange in der Kirche, es war eine schöne Nachtmesse mit Osterfeuer. Unseren Mädchen vom Konvent und auch unseren Freunden in der Stadt haben wir nach heimischer Tradition Schokolade geschenkt und versteckt, was sie zwar nicht ganz verstanden haben, aber gefreut haben sie sich trotzdem.

Als wir am Ostersonntag mit unseren befreundeten Pikipiki-Fahrern in die Stadt gefahren sind, haben wir einen schrecklichen Unfall von einem Pikipiki mit einem Lastwagen mitbekommen. Irene und ich haben uns um die 2 Verletzten gekümmert, haben sie ins Krankenhaus gebracht (nach nervenaufreibend langem Warten wurden die Opfer dann doch „behandelt“ bzw. angeguckt und dann so in die überfüllten und sehr dreckigen Krankenzimmer gelegt). Letztendlich haben wir einen guten Einblick in den Zustand des Governmental Hospitals Bukobas bekommen und sind jetzt noch motivierter, Spenden durch das Tanzevent zu sammeln. Den Verletzten geht es mittlerweile wieder besser – wir haben ziemlich schnell beschlossen, dass sie aus diesem Krankenhaus raus müssen und haben mit den Schwestern abgemacht, dass wir die Verletzten in das Schwestern-Krankenhaus in der Stadt bringen. Es war nicht ganz einfach, da Feiertag, aber mithilfe der Schwestern haben wir es dann doch zeitlich geschafft, bevor das Krankenhaus schließt. Im St. Therese Krankenhaus wurden die Verletzten dann behandelt und konnten besser genesen. Das Schwestern-Krankenhaus ist in einem guten Zustand, allerdings ist der Nachteil, dass es sehr viel teurer ist (wir haben es bezahlt), weshalb die Menschen es hier möglichst vermeiden, ins Spital zu gehen.

An einem Wochenende haben wir mit 6 von unseren 16 Mädchen vom Konvent (die in ihren Osterferien nicht nach Hause gefahren sind oder nicht durften, da die Schwestern ihre Hilfe brauchten) einen Ausflug in die Stadt gemacht. Einige von ihnen waren noch nie in Bukoba und sie waren alle sehr aufgeregt. Direkt als wir in der Stadt angekommen sind, hat es sehr stark angefangen zu regnen. Momentan ist große Regenzeit. Nach einer Stunde standen die Straße und diverse Pikipikis unter Wasser und als es endlich gestoppt hat, sind wir Tee trinken gegangen, haben am Strand Fußball gespielt und sind etwas Essen gegangen. Anschließend  sind die Mädchen am Strand baden gegangen und haben es sehr genossen. Wir haben uns alle riesig gefreut.

Nach den Ferien haben Irene und ich beschlossen, in die Stadt zu ziehen, da wir durch die Eventplanung sehr viel in der Stadt unterwegs sind und wir nach fünf Monaten auf dem Konvent gerne einen Monat in der Stadt verbringen würden. Der Abschied vom Konvent und den Schwestern, vor allem aber von den Mädchen war sehr traurig. Als sie von unserem Vorhaben erfuhren, in die Stadt zu ziehen, haben sie uns eine Stunde lang gesagt, dass wir nicht gehen sollen.

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Nun sind wir aber in der Stadt und können es auch sehr genießen, wir fahren zum Unterrichten drei bis fünf mal die Woche nach Nyaigando und werden auch noch einige Ausflüge mit unseren Mädchen machen.

Heute haben wir mit dem Chefkoch vom Bukoba Grillhaus (ein Restaurant in Bukoba, aufgemacht von einem Tansanier, der für einige Zeit in Deutschland gelebt hat und Deutsch spricht) Ravioli – auf Kihaya Laviory – gekocht, was sehr viel Spaß gemacht hat. Es war ein kulinarischer Austausch, die Angestellten hatten so etwas noch nie gegessen und wir haben an diesem Tag mal keine ndizi gegessen.

Seit wir in der Stadt leben, versuchen wir uns intensiv auf das Tanzevent vorzubereiten, treffen uns mit Fernseh- und Radiosendern und hatten heute erste Videoaufnahmen bei unseren Proben, die dann hoffentlich bald im Bukoba TV zu sehen sind, um Werbung für unser Fest CHEZA zu machen.