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Bericht von Lily – Teil 8

11 März, 2014 keine kommentare

Nach unserem wunderschönen Urlaub mit Irenes Eltern in der Serengeti und auf Sansibar sind wir wieder nach Nyaigando in unser trautes Heim zurückgekehrt.

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Wir haben uns so gefreut, wieder Heim zu kommen und wir wurden freudig empfangen. Von unseren 7 Mädchen wohnen jetzt leider nur noch zwei hier auf dem Konvent, da sie jeweils nur 3 Monate hier leben dürfen.

Dafür sind jetzt von der ersten Stufe 15 neue Mädchen gekommen, die uns sehr herzlich empfangen haben, ich habe mich riesig über meine neuen Schüler gefreut. Unseren 7 Mädels haben wir Ohrringe und Muscheln aus Sansibar mitgebracht und sie haben sich so gefreut!

Am nächsten Abend kamen die neuen Mädels zu uns und wir haben zusammen gesungen und Blödsinn gemacht. Sie freuen sich immer sehr, eine Digitalkamera, ein Handy oder unsere Haare in der Hand zu halten, und so entstanden an diesem Abend viele lustige Fotos.

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Diesen Dienstag hatte ich meine erste Unterrichtsstunde mit den Mädchen von der Schneiderei-Schule. Wir haben Begrüßung und einige Basics auf Englisch gemacht und ich war erstaunt, dass sie vieles wussten. Vor allem bin ich von dem Wissensdurst begeistert, mit dem fast alle Schüler am Unterricht teilnehmen und sogar außerhalb der Stunde zu mir kommen, um mich etwas zu fragen. Gestern kam eine meiner Schülerinnen, die auch hier auf dem Konvent lebt, um halb zehn abends zu mir, um mich zu fragen, was „Ich möchte eine Schneiderin werden“, auf Englisch heißt.

An einem anderen Abend haben wir alle zusammen Ball gespielt, was sehr viel Spaß gemacht hat.

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Heute hatte ich meine erste Englischstunde in der Carpentry-Schule. Wir kamen etwas zu spät, da es den ganzen Morgen sehr stark geregnet hat (die Regenzeit hat angefangen, wobei die letzte bisher noch gar nicht wirklich aufgehört hat). Als wir in Igombe (dem Dorf, wo die Schule ist, ca. 8 km von Nayigando entfernt) ankamen, stand noch nicht wirklich fest, wo ich unterrichten werde. Die Carpentry-Schule hat nämlich für die erste Stufe (es werden immer mehr Schüler) einen Raum angebaut, nur bisher ohne Tür. Man kann also nur durch die Fenster in diesen Raum gelangen, da es aber durch das Dach geregnet hat und die Bänke und Tafel auch nicht so einfach in den neuen Klassenraum transportiert werden konnten, entschied sich der Schulleiter kurzerhand, die Werkstatt zum Klassenraum umzufunktionieren. Er wies also die Schüler an, die Werkbänke zur Seite zu räumen und Schulbänke zu holen. So saßen dann meine 16 Jungs (im Alter von 13-20 Jahren) an insgesamt 4 Schulbänken. Die Englischstunde war sehr lustig, meine Schüler haben einen guten Englischwortschatz und beim Spielen wurden sie sehr ehrgeizig. Da es den ganzen Tag geregnet hat, haben die Jungs beschlossen, statt im Anschluss wie üblich auf´s Feld zum Tanzen und Fußball spielen zu gehen, weiter Englisch zu machen. So haben wir über dreieinhalb Stunden Englischunterricht gemacht. Ich freue mich schon sehr auf die nächste Stunde.

Heute haben wir das Memory-Book Seminar besucht. Sister Redempta und Gaudentia leiten das Seminar mit 32 Eltern oder Erziehungsberechtigen von den Schülern der ersten und zweiten Stufe. Das Seminar findet mehrmals jährlich statt und ist dazu gedacht, an HIV erkrankten Eltern zu helfen, mit ihrem Schicksal umzugehen und ihren Kindern in einem Memory-Book wichtige Informationen über die Familie mitzugeben, sodass sie ihre Identität auch ohne Eltern einmal weiterleben können. Es war sehr beeindruckend, wie die Schwestern mit den Eltern über deren bevorstehenden Tod gesprochen haben, ohne Mitleid und oftmals mit gemeinsamen Gelächter. Uns zuliebe wurde auf Kiswahili geredet, damit wir etwas verstehen konnten, normalerweise wird auf das Seminar in einem Mix aus Kiswahili und Kihaya gehalten, der lokalen Sprache in der Kagera-Region.